Festgottesdienst zur Wiederöffnung

Mit großer Freude kehren die Gemeindeglieder in ihre renovierte Kirche zurück

WINDELSBACH – Die Martinskirche wurde an einem Kreuzungspunkt zweier uralter Fernstraßen gebaut und ist älter als die Pfarrei Windelsbach, die seit dem Jahr 1241 als selbstständige Pfarrei besteht. Reste eines romanischen Kreuzgratgewölbes lassen vermuten, dass die Kirche schon um 1100 erbaut wurde. Sie gehört wie alle Kirchen, die nach dem Namen des heiligen Martin benannt sind, zu den ältesten Kirchen in Franken.

Überragt alles: Die Chorturmkirche steht in der Ortsmitte und ist vom Friedhof umgeben. Foto: privat

Der Chorraum mit dem Turm ist noch alt, das Langschiff wurde im 17. Jahrhundert erweitert. Die Wände des Chorraums sind mit alten Fresken bemalt. Kostbares Schmuckstück ist der Altar aus der Schule des Nürnberger Künstlers Michael Wohlgemuth. Im Altar stehen geschnitzte Heiligenfiguren, natürlich ist hier der Heilige Martin mit seinem Schwert und Mantel der Wichtigste. Zur Martinskirche gehören außer Windelsbach selbst auch die Orte Nordenberg, Linden und die beiden Anwesen in Karrach.

Die letzte General­sanierung fand in den Jahren 1969 bis 1971 statt. Damals wurde die zweiseitige gemauerte Außentreppe mit dem wunderbaren schmiedeeisernen Geländer abgerissen und stattdessen eine einläufige Betontreppe angebaut. Der Innenraum der Kirche wurde rot und grün ausgemalt – damals hieß es vom staatlichen Bauamt: Eine fränkische Dorfkirche soll wie ein alter Bauernschrank aussehen.
Die Gemeinde konnte damals gerade noch verhindern, dass die Bänke schwarz gestrichen wurden – sie wurden stattdessen rot. Schon vor zehn Jahren ergab eine Baubegehung, dass einige Holzbalken des Dachstuhls vom Holzwurm befallen und gefährdet waren – hier wurde zeitnah gehandelt. Dabei wurden noch weitere Schäden an einzelnen Balken gefunden. Die erst knapp vierzig Jahre alte Außentreppe aus Beton fing an zu bröckeln.
So entwickelte sich in den letzten Jahren bei einer weiteren Begehung der Plan einer Generalsanierung der  Martinskirche. Seit fast zwei Jahren nun wurde gearbeitet: Zuerst die Außensanierung mit neuem Dachstuhl und neuer Eindeckung, eine Festigung der tiefen und langen Risse in den Außenwänden und ein neuer Anstrich der Fassade. Die alte Außentreppe wurde abgerissen und durch eine neue aus Stahl ersetzt. Hier gingen wieder die Geschmäcker auseinander – aber das staatliche Bauamt setzte sich mit seiner Vorstellung gegen alle Einwände durch.
Die Innensanierung zog sich noch weit länger hin: Die Elektrik samt Bankheizung wurde erneuert und die Bänke im vorderen Bereich neu angeordnet, um mehr Platz für Vorführungen zu gewinnen. Die Farbgebung wurde neu angelegt und die Fresken des Chorraums restauriert. Die Glocken wurden neu aufgehängt und mit weicheren Klöppeln aus Schmiedeeisen versehen. Zuletzt wird noch der Altar gereinigt und restauriert.
Seit bald zwei Jahren feiert die Windelsbacher Gemeinde ihre Gottesdienste nun im Gemeindezentrum und in der Preuntsfelder Kirche, die zur Pfarrei gehört. Sie fiebert der Wiedereröffnung ihrer renovierten Kirche am Sonntag Judika (18. März)  entgegen. Gefeiert wird das Ereignis im Rahmen eines Festgottesdienstes in St. Martin um 9.30 Uhr. Eröffnet wird er durch einen musikalischen Auftakt des Posaunenchors und anschließendem Einzug des Kirchenvorstandes und Pfarrerin Beate Wirsching, begleitet von Konfirmanden, Kindergottesdienstteam und Kindergartenkindern. Im Gottesdienst wechseln sich Einleitungs- und Grußworte mit Gebeten, Liedern und Weihehandlung ab. Im Anschluss gibt es einen kleinen Empfang im Gemeindezentrum in geselliger Runde. wb/sis

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