Großinvestition will gestemmt sein
Zügiger Innenausbau bis zur Sparkassen-Neueröffnung am 20. Juli – Zweigstelle schließt
ROTHENBURG – Nachdem der Aus- und Umbau bis auf Feinheiten abgeschlossen ist, geht es jetzt mit großen Schritten in der Innenausstattung vorwärts, um Mitte Juli den Eröffnungstermin zu schaffen: Für die Sparkasse gilt es eine Investition über 6,5 Millionen Euro zu stemmen. Eingespart wird die Geschäftsstelle Heckenacker, bleibt aber als Selbstbedienungsangebot erhalten.
„Die lange Umbauphase wurde zusammen mit den Mitarbeitern gut bewältigt und konnte räumlich so geregelt werden, dass wir keine Container-Bürolösung nötig hatten”, betonen die beiden Vorstände Werner E.Thum und Dieter Mai, wobei Letzterer sich besonders um die Ausstattung und die Einrichtungslinie im Neu- und Altbaukomplex kümmert. Mit dem Baufortschritt über dann insgesamt fast drei Jahre ist man zufrieden und bei Außenfassade und auch den Außenanlagen mit dem großen Hinterhof und Parkdeck sind nur noch letzte Details zu erledigen.
„Wir bündeln unsere Kräfte in der Hauptstelle und betonen mit der Investition das Bekenntnis zur Altstadt“ unterstreicht der Vorstand. In der Tat ist es in jeder Hinsicht ein Gewinn für die in vielen Bereichen leider ausblutende Altstadt, dass ein solches Bank- und DienstleistungsUnternehmen seinen Sitz am Kapellenplatz behält, womit viele Arbeitsplätze verbunden sind. Insgesamt beschäftigt die Sparkasse rund 150 Mitarbeiter, darunter 15 Auszubildende. Mit dem Abriss und Neubau des einstigen großen Wohnhauses am Milchmarkt/Ecke Stollengasse konnte nun ein aus drei Gebäuden bestehender Verwaltungskomplex geschaffen werden, der eine viel effizientere Ablauforganisation ermöglicht. Nach dem Umbau stehen fast 3600 qm an Nutzfläche am Kapellenplatz zur Verfügung, vorher waren es rund 3000 qm. Vielleicht noch wichtiger ist aber die Möglichkeit künftig Leistungen unter einem Dach zu haben, die vorher ins Gebäude gegenüber ausgelagert waren. So kann das Vermögenszentrum integriert werden und das Haus Georgengasse 5 sorgt dann für Mieteinnahmen. Je nach Marktsituation prüft die Sparkasse für das Heckenacker-Gebäude an der Ernst-Geißendörfer-Straße eine Vermietung oder gleich den Verkauf, denn in jedem Fall kann man neue Einnahmen gut brauchen.
Die Hauptstelle wird am 20. Juli 2015 eröffnet, ab dann wird auch im Heckenacker nur noch eine SB-Stelle angeboten, während aber alle anderen Zweigstellen der Sparkasse weiter bestehen bleiben, wie Thum betont. Auch die Geschäftsstelle am Rödertor soll Bestand haben, aber die rückläufige Nutzung im Heckenacker bei sich weiter stark veränderndem Kundenverhalten (u.a. Online-Dienste) verlange betriebswirtschaftliches Handeln, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Dafür habe man auch Beratungsleistungen ausgebaut. Außerdem hat man in den letzten Jahren fast zehn Millionen Euro in die acht Geschäftsstellen investiert, zu denen fünf SB-Angebote hinzukommen. Man wirbt mit „Kompetenzbündelung und kurzen Wegen zum Spezialisten” in der neuen Hauptstelle, die außerdem behindertengerecht zugänglich ist (vom Außenzugang über den Aufzug bis zur Toilette). Ferner sind 16 Parkplätze im Innenhof und Parkdeck entstanden. Schon jetzt bestehe auch die Möglichkeit für Heckenacker-Kunden mit ihren Beratern individuelle Termine zu vereinbaren. Vorstandsvorsitzender Werner E. Thum: „Wir bieten, wenn gewünscht, von Öffnungszeiten losgelöste Beratungen Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr an”. Die SB-Stellen im Stadtgebiet hätten sich in der Praxis sehr bewährt, erlauben sie doch Ein- und Auszahlungen, Überweisungen und das Abrufen von Kontoinformationen. Die Sparkasse dürfte mit der jüngsten Großinvestition für die Zukunft gut aufgestellt sein, sieht sich aber auch einem harten Wettbewerb gegenüber. Der örtliche Hauptkonkurrent VR-Bank hat sich gerade durch Fusion mit der Ansbacher Gewerbebank zur größten Genossenschaftsbank im westlichen Mittelfranken mit 1,5 Milliarden Bilanzsumme und 300 Mitarbeitern unter dem künftigen aus Rothenburg stammenden Vorstandsvorsitzenden Gerhard Walther gemausert. Die allgemeine Zinspolitik und die Wirtschaftsentwicklung fordern besonders die Geldinstitute, die auch auf ihr eigenes Auskommen achten müssen. Fusionsnotwendigkeiten, wie sie früher einmal mit der Sparkasse Dinkelsbühl im Gespräch waren, sehen Thum und Mai auf Nachfrage nicht. Das besondere Statut der durch kommunalen Aufsichtsrat gesteuerten Sparkassen hat im Zeichen von Bankkrisen zwar neue Bedeutung erlangt. Das aber sagt wenig darüber aus, welche Bankengrößenordnungen langfristig überleben können. Auf absehbare Zeit jedenfalls, so scheint es zumindest, sind die alten Begehrlichkeiten der „Vereinigten Sparkassen Stadt und Landkreis Ansbach“ (2,7 Milliarden Bilanzsumme) erstmal kein Thema. Dies gilt offenbar auch noch für Dinkelsbühl.
Da ist es naheliegend, dass sich vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken gegenseitig zu übertrumpfen versuchen, wobei die Kundenerfahrung immer mehr aussagt als – bei allen Banken auswechselbare – Werbesprüche der Marketingabteilung. Besonders die mittelständische Wirtschaft und deren Förderung werden hervorgehoben. So auch Werner E. Thum: „Wir bieten eine flächendeckende Servicestruktur, wichtig ist uns aber die menschliche und ideelle Nähe zu den Kunden”. Man verweist auf einige Auszeichnungen bei Wettbewerben des Sparkassen- und Giroverbandes, der das Rothenburger Geldinstitut (526 Millionen Bilanzsumme) als besonders erfolgreich bei Kundenzufriedenheit und im Vertrieb ausweist. Die 1823 örtlich gegründete Sparkasse sieht sich selbst als „Begleiter und Stütze wichtiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher sowie technischer Entwicklungen der Region”, fördert auch Kultur und Soziales. Man richte sich ständig auf neue Marktentwicklungen aus und zwar für den Privat-Bürger wie für die Unternehmen. diba
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